Anlass

In weniger als zwei Monaten, genauer am 11. Oktober sind es fünfzig Jahre her, dass Papst Johannes XXIII. zusammen mit mehr als 2000 Bischöfen, vielen Priestern und auch Laien aus der ganzen Welt das 2. Vatikanische Konzil eröffnet hat. Zielsetzung dieses Konzils war es, den Glauben im Heute zu verkünden; den Glauben der Apostel so darzulegen, dass er auch im Heute verstanden werden kann. Die Idee war also, den Menschen aus dem Glauben Antworten zu geben, die sie verstehen und die ihnen im Leben weiterhelfen. Auf diese Art und Weise hoffte der Papst, dass die Menschen fähig werden, im Frieden miteinander zu leben. Johannes XXIII. und mit ihm viele andere Menschen hofften auch, dass man durch das Konzil der Einheit unter den Christen ein Stück näher komme.

Das Heute vor 50 Jahren ist nicht mehr das Heute von uns jetzigen Menschen. Ich will und kann aber hier nicht auf die geänderten Umstände eingehen. Es würde zu weit führen. Aber sicher ist: es ist ein Unterschied, ob wir das Evangelium, den Glauben der Apostel der Welt vor 50 Jahren oder heute verkünden. Allerdings - und das hat Johannes der XXIII. an verschiedenen Stellen unterstrichen–, es ist im Kern derselbe Glaube wie damals, als die Apostel auszogen, um der Welt den auferstandenen Christus zu bringen.

Das 2. Vatikanische Konzil hat den grossen Stellenwert der Laien unterstrichen. Es hat betont, dass alle Gläubigen berufen sind, den Glauben zu bezeugen und weiterzugeben. Sei es zu Hause, bei der Arbeit oder in der Freizeit. Diese Aufgabe ist immer aktuell, weil der Glaube zuweilen vergessen geht oder auch missverstanden wird, gerade weil mit der Zeit auch die Sprache und das Empfinden der Menschen ändern.

Freilich können wir nur das weitergeben, was wir auch kennen, wovon wir auch überzeugt sind. Um da ein wenig zu helfen, möchte ich mit Ihnen an den kommenden Sonntagen im Gottesdienst das Glaubensbekenntnis durchnehmen; Satz für Satz. Ich werde versuchen, vieles zu erklären. Aber weil ich nicht auf alles eingehen kann, habe ist hinten in der Kirche ein Briefkasten aufgestellt. Darin können Sie Ihre Fragen einwerfen - Fragen zum Glauben, zum Glauben der Apostel, zum Glauben der Kirche. Ich hoffe so, dass Sie Ihre Aufgabe als Laien in der Kirche leichter angehen können. Denn – wie schon gesagt: die Weitergabe des Glaubens ist nicht nur Sache der „Profis“.

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