Interview mit unserem Patron, dem hl. Ambrosius von Mailand (ca. 334 – 397)

 

Lieber Ambrosius. Zuerst einmal gratuliere ich Dir ganz herzlich zu Deinem Fest und danke Dir, dass Du dir dieses kleine Interview Zeit genommen hast.

Gern geschehen. Aber weisst Du, ein grosses Opfer ist es ja nicht. Schliesslich habe ich ja in der Ewigkeit alle Zeit der Welt.

Stimmt. Aber für uns Lebende ist das schon ein wenig schwierig vorzustellen. Übrigens wird es Dir da oben nicht langweilig?

Also abgesehen davon, dass ich nicht einfach da oben bin, denn im Himmelsein ist doch ganz einfach bei Gott sein und Gott ist ja bekanntlich überall. Nein, langweilig wurde es mir bis anhin noch nie. Und ich bin doch schon eine ganz schön lange Zeit hier wohnhaft.

Wenn ich richtig orientiert bin, dann sind das jetzt auch schon wieder 1617 Jahre her.

Stimmt. Am 4. April 397 habe ich in Mailand die irdische Welt verlassen und zwar für damalige Verhältnisse schönen Alter von etwa sechzig Jahren.

Geboren bist Du aber in Trier, also bist du eigentlich ein Deutscher.

Knapp daneben (er schmunzelt). Trier gehörte damals zum römischen Reich, genauer zu Gallien. Mein Vater war Präfekt, also eine ganz hoher römischer Beamter. Nach seinem frühen Tod siedelte meine Familie nach Rom, wo ich Rhetorik und Jus studierte. Nach dem Studium wurde ich wie mein Papa Beamter. Kurze Zeit diente ich im heutigen Serbien. 370 wurde ich dann Präfekt von Ligurien und der Emilia. Mein Amtssitz war Mailand.

Und wie wurdest Du Bischof? Gingst du in ein Priesterseminar?

Nein, also abgesehen davon, dass es sowas damals noch nicht gab. Ich wurde eigentlich schon fast zufällig Bischof.

Zufällig, das tönt komisch.

Stimmt, aber ist so. Also die Geschichte ist die: Ende 379 starb der Mailänder Bischof Auxentius. Ein lieber Mann, aber mit einigen wirren Ideen über unseren Herrn Jesus Christus.

Wirre Ideen? Welche denn.

Nun, ja Auxentius war Arianer, das heisst Anhänger der Lehre des Arius. Arius glaubte, dass Jesus von Nazaret so etwas wie ein Halbgott sei und nicht wirklich Gottes Sohn. Zudem war für Arius Jesus auch nicht wirklich Mensch geworden. Somit war Arius wieder in die griechische Mythologie zurückgefallen.

Verstehe, wenn auch nicht ganz.

Nun, lassen wir das! Es ist auch ein wenig kompliziert. Aber zu meiner Zeit hat das die Gemüter unglaublich bewegt.

Weil ich wusste, dass die Wahl des neuen Bischofs schwierig werden könnte, ging ich zur Basilika, wo die Wahl stattfinden sollte. Dort kaum angekommen da passierte es: Plötzlich rief ein Bub: „Ambrosius soll Bischof werden!“ und das ganze Volk klatschte. Eine Woche später wurde ich zum Bischof geweiht.

Klar, schliesslich brauchtest Du doch noch etwas Vorbereitung für das grosse Fest.

Fest? Du bist gut! Ich musste zuerst noch getauft werden.

Du warst noch nicht einmal getauft?

Ganz genau! Aber ich hatte es im Sinn. Aber Du kannst dir mal vorstellen was da auf mich zukam. Noch während ich Lehrling war, musste ich schon das Volk im Glauben unterweisen. Dank meiner Erst-Ausbildung ging es aber doch relativ gut. Aber ich sag’s Dir: Ohne Fleiss kein Preis!

Hast Du deswegen meistens einen Bienenkorb bei Dir, weil Du selber fleissig wie eine Biene gelernt hast?

Nicht nur. Aber schon auch. Ich las sehr viel und versuchte das Gelesene umzusetzen, damit die Leute von den grossen Denkern der Antike für Ihren Glauben profitieren konnten. Halt wie eine Biene, die aus dem Nektar Honig produziert.

Dann hast Du vor allem gepredigt und viel geschrieben?

Ich hab tatsächlich viel geschrieben. Einige Briefe, Kommentare zu Bibeltexten und auch Erklärungen zu verschiedenen Themen etwa über die Sakramente, die Jungfrauen und Witwen, die Pflichten der Kleriker und den Glauben überhaupt. Daneben habe ich auch Lieder komponiert und getextet.

Du warst also auch ein Songwriter?

Also ich habe Kirchenlieder gedichtet. Eines kennst Du: Komm du Heiland aller Welt (KG 307). Der Text stammt von mir. Ich habe aber auch Klöster gegründet. Das war damals so ziemlich neu im Westen. Neben all den Tätigkeiten versuchte ich immer auch Zeit für meine Leute zu haben. Da konnte jeder und jede kommen mit ganz verschiedenen Anliegen.

Eine Frau, die sich bei Dir ausweinte, kenne ich!

Du meinst sicher die hl. Monika, die Mutter des hl. Augustinus. Ja, sie kam immer mal wieder, weil ihr Herr Sohn ihr so grossen Kummer bereitete. Aber sie hat viel gebetet und ich sagte einmal zu ihr: „Ein Kind so vieler Tränen kann nicht verloren gehen.“ Tatsächlich konnte ich in der Osternacht 387 Augustinus taufen, nachdem er sein bisheriges Leben bereut und sich zu Christus bekehrt hatte.

Stichwort Bekehrung. Sag mal, wie war das mit Kaiser Theodosius I.?

Ja, das war ein Ding. Theodosius hatte in seiner Wut über einen Aufstand im Zirkus von Thessaloniki 7000 Menschen umbringen lassen. Ich habe ihn daraufhin aufgefordert, das öffentlich zu bereuen. Das hat er dann auch getan.

Du warst auch sonst nicht zimperlich mit den politischen Oberen.

Stimmt. Die Kaiser wollten immer wieder der Kirche Vorschriften machen. So musste ich sie darauf hinweisen, dass auch der Kaiser wenn schon in und nicht über der Kirche steht. Aber sonst war ich ein friedlicher Bürger. Ja, wirklich. Ich lehnte etwa zusammen mit dem hl. Martin das Todesurteil gegen den iberischen Häretiker Priszillian entschieden ab. Doch unsere Proteste das nützten nichts. 385 wurde Priszillian in meinem Geburtsort Trier hingerichtet.

Ambrosius. Es ist mir ein bisschen peinlich, dich daran zu erinnern. Aber hast Du nicht Deinen Einfluss beim Kaiser gegen die Arianer, die Goten und die Juden ausgenützt?

Das muss Dir nicht peinlich sein. Was du sagst ist wahr. Weisst Du. Heilige sind nicht fehlerfrei und ohne Sünden. Auch sie brauchen immer wieder Reue und Umkehr. Allerdings in den Fällen, die Du ansprichst, habe ich damals nach bestem Wissen und Gewissen gehandelt. Bezüglich der Juden. Du sprichst den Fall in Kallinikon im heutigen Syrien an, wo der christliche Mob eine Synagoge niedergebrannt hatte. Hier überzeugte ich den Kaiser davon, dass nicht wir Christen den Wiederaufbau zahlen sollten. Ehrlich gesagt, heute nach den schrecklichen Judenverfolgungen bin ich anderer Meinung. Aber eben - in der Hitze des Gefechts.

Hattest Du denn nicht das Beispiel unseres Herrn vor Augen, der die Apostel Jakobus und Johannes tadelte, weil sie auf ein samaritanisches Dorf Feuer und Schwefel runterbeten wollten?

Sonst ja schon, aber weisst Du, in der Antike wurde mit harten Bandagen gekämpft. Man hatte halt gehört, dass bei der Christenverfolgung des Perserkönigs Schapur II. auch Juden beteiligt gewesen seien. Wenn Du heute die Gräueltaten der ISIS-Kämpfer siehst  (übrigens genau in der Gegend vom früheren Kallinikon), kommt Dir da nicht der Zorn hoch? Aber, eben (er seufzt) ich will mein Verhalten von damals nicht rechtfertigen. Aber eine Frage hätte ich ja schon noch:

Ihr seid doch ein christliches Land. Ist bei Euch alles in Ordnung? Schaut ihr immer auf Christus?

Wenn ich ehrlich sein soll, schon nicht immer.

Eben! – Aber ich will Euch nicht Vorwürfe machen. Ich sehe ja, dass Ihr euch anstrengt, den Weg mit unserem Herrn Jesus Christus zu gehen. Ein herrlicher Weg, übrigens.

Stimmt. (Ich werde nachdenklich.) Hast Du uns noch ein Schlusswort so auf den Weg?

Worte hätte ich viele. (Er denkt ein wenig nach.) Schau, zur Zeit geschieht weltweit so viel Unrecht. Dagegen muss man angehen, aber man darf deswegen nicht den Frieden verlieren. Darum gebe ich drei Strophen mit aus einem meiner Hymnen:

Schon zieht herauf des Tages Licht;/ wir flehn zu Gott voll Zuversicht:/ Bewahre uns an diesem Tag/ vor allem, was uns schaden mag.

Bezähme unsrer Zunge Macht,/ dass sie nicht Hass und Streit entfacht;/ lass unsrer Augen hellen Schein/ durch Böses nicht verdunkelt sein.

Rein sei das Herz und unversehrt/ und allem Guten zugekehrt./ Und gib uns jeden Tag das Brot/ für uns und alle, die in Not.

Und dann wünsche ich natürlich allen die Freude, die der Gottessohn durch seine Geburt in die Welt gebracht hat.

Lieber Ambrosius. Besten Dank und bis zum nächsten Mal.

Ach, noch was! Einige von Euch gehen doch Anfang Mai nach Turin. Könntet Ihr nicht bei meinem Grab in Mailand vorbeikommen?

Das geht wohl nicht. Wir sind ein wenig in Zeitnot. Aber das nächste Mal …

Verstehe, keine Sorge. Aber eines sage ich Dir. Nochmals 1600 Jahre warte ich nicht (er schmunzelt und verschwindet).

 


9. Januar - 15. Dezember: Renovation der Pfarrkirche

Bilder vom Kirchturm

Terminkalender
Pfarreiblatt

Fastenzeit 2017

23. März und 31. März ab 11.00 Uhr Fastensuppe im Pfarreizentrum

6. April 10.00 Uhr Bussfeier in der Jagdmattkapelle

8. April, 18.00 Uhr Vorabendmesse mit Passionsspiel in der Jagdmatt-Kapelle

9. April, Palmsonntag, 09.30 Hl. Messe und Palmsegnung im Pfarreizentrum

12. April 19.30 Uhr: Bussfeier in der Jagdmattkapelle 

13. April, Hoher Donnerstag,

19.00 Uhr Abendmahlgottesdienst im Fusswaschung im Pfarreizentrum

ab 21.00 Uhr Eucharistische Anbe-

tung

15. April, Karsamstag

21.00 Uhr Osternachtmesse im Pfarreizentrum, Kinderfeier im oberen Stock

16. April, Ostersonntag

09.30 Uhr Festtagesgottesdienst mit dem Gemischten Chor im Pfarrei-

Zentrum

17. April, Ostermontag

09.30 Uhr Festtagsgottesdienst in der Jagdmattkapelle

Jahresprogramm der FG Erstfeld
Plano das Eucaristias

28. April 2017: 20.15 Uhr Adonai

 Worship für Jugendliche im

 Kloster St. Lazarus Seedorf.

23. April 10 Uhr: Erstkommuniongottesdienst in Silenen

Sexueller Missbrauch geht uns alle an. Bericht und Links

Oekumenische Senioren-Nachmittage

Versöhnungsweg 7. Juni 2017

Twitter-account von Papst Franziskus