Statue der Muttergottes im Wijer    

 

Als am 11. Februar 1858 der Müllerstochter Bernadette Soubirous in der Grotte von Massabielle in Lourdes die Muttergottes zum ersten Mal erschien, konnte niemand ahnen, dass diese Erscheinung weite Kreise in die Welt hinaus ziehen würde. Tatsächlich reisen jedes Jahr sechs Millionen gläubige Pilger, aber auch Skeptiker und Zweifelnde an den Erscheinungsort in den französischen Pyrenäen.

 

Daneben, dass diese Menschen oft mit einer erneuerten Glaubensfreude nach Hause kommen, und dadurch der Glaube auch in den Daheimgebliebenen wieder gestärkt wird, sind in all den Jahrzehnten viele Nachbildungen der Grotte von Massabielle entstanden. So auch bei uns in Erstfeld.

 

Vor etwas mehr als 25 Jahren bemerkte Franz Gisler (Bälmi Franz) eine Nische im efeuüberwachsenen Felsen, der vom Mussi zum Plätteli ragt. Das bewog ihn mit Hilfe von Stefan Kieliger und Martin Stadler in diese natürliche Nische eine Statue der Muttergottes von Lourdes hineinzustellen. Wenn man weiss, dass sich die Nische um die fünf Meter über dem Boden befindet, kann man sich den Krampf der Männer vorstellen. Pfarrer Bruno Frei freute sich sehr darüber, am Eingang des Dorfes eine kleine Stätte des Gebetes einweihen zu dürfen. Mit der Zeit wurden auch ein Bänkli und ein Kerzenständer montiert. Damals als die Grotte von der Strasse noch besser zu sehen war, hielt doch der eine oder andere Car und die Leute beteten und sangen ein Lied vor der Grotte.

 

Unterdessen hat Franz Gisler das Land der NEAT verkauft. Aber dank dem Umstand, dass Hans Bunschi-Herger das Haus, in dem früher Stefan Kieliger wohnte, erwerben konnte, ist für den Unterhalt der Grotte, die eigentlich der NEAT gehört, gesorgt. Mit viel Umsicht kümmert sich Hans Bunschi, dass die Grotte im Wijer nicht überwachsen wird. Auch verschönert er immer wieder die Umgebung. Vor einigen Jahren musste die erste Statue ersetzt werden. Der Föhn hatte sie umgerissen. Die unterdessen verstorbene Marlies Stadler stiftete die neue Statue, die nun nicht nur den Dorfeingang beschützt, sondern gleich auch den Eingang des neuen Bahntunnels.

 

Da unsere Pfarrei mit der Jagdmatt eine wirklich wunderbare Stätte der Muttergottesverehrung hat, drängten sich Andachten bei der Grotte bis anhin nicht auf. Aber wer persönlich Ruhe sucht, der darf und soll ruhig vor der Grotte Einkehr halten.

 

Viktor Hürlimann, Pfarrer, Januar 2011