Sebastian Heinrich Püntener

1722- 1799

 

45 Jahre Pfarrhelfer In der Jagdmatt

Über diesen Urner aus alteingesessenem Geschlecht sind wir verhältnismäßig gut unterrichtet. Wie das Rechnungsbuch sagt, gibt am 24. Juni 1736 Hr. Hans Heinrich Püntener «an seines Söhnleins Tischgeld» 40 gld; weitere Zahlungen erfolgten noch im gleichen Jahr im September, ebenso 1738 und 1739, sodaß sich das Studium des Kleinen in Engelberg auf gegen drei Jahre erstreckte. Da der Name des Vaters schon aus den Rechnungen bekannt ist, lassen sich die Personalien, im Gegensatz zu andern Fällen, leicht ermitteln. 

 

Sebastian Heinrich wurde am 11. Mai 1722 als Sohn des Kirchenvogtes Joh. Heinrich von Erstfeld und der M. Juliana Janet aus der Seewadi geboren. Vom Fuß des Titlis zog er zum weitern Studium zu den Jesuiten nach Luzern, wo er bis 1744 nachgewiesen ist. Die Theologie muß er aber andernorts absolviert haben. Er primizierte 1745 und kam zuerst als Kaplan und Schullehrer nach Gurtnellen und wurde 1753 als Pfarrhelfer nach Erstfeld gewählt, wo er während mehr als 45 Jahren die Jagdmattkapelle betreute.

 

 

Er fand am 20. August 1799 einen tragischen Tod, da er beim Einfall der Franzosen so mißhandelt wurde, daß der 77 Jährige an den erlittenen Verletzungen starb. Im Bericht des Helvet. Ministeriums von 1799, dem wir manche willkommene Angaben verdanken, wird er als gesunde starke Natur geschildert. Sein gewaltsames Ende ist umso tragischer, als er ein sehr frommer, friedliebender Priester war. Er galt als sehr sparsam. Sein karger Wochenlohn von 5 Fr. 20 mußte ihn zu einer bescheidenen Lebenshaltung nötigen.

 

Quelle: Der Geschichtsfreund : Mitteilungen des Historischen Vereins Zentralschweiz;

(UNbl. 12 (1906) 67 f.; 6

 Heer, Gall: Urner als Konventuale und Klosterschüler in Engelberg bis 1800.