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Martin unnd Jost Epp waren Söhne des Fähnrichs

Gotthard Epp von Erstfeld. 

 

Jost Epp war 1640 und 1648 Vogt der Jadgmattkapelle

 

(Hist. Verein der fünf alten Orte, Kloster Engelberg)

 

Aus Klosterarchiv Engelberg

 

Martin und Jost Epp. Die beiden Brüder kamen in Begleitung ihres ältern Bruders Heinrich am 6. Nov. 1626 in unsere Schule und sollen hier auch gemeinsam behandelt werden. Sie waren Söhne des Fähnrich Gotthard Epp von Erstfeld, der seit 1607 mit dem Kloster in Geschäftsverkehr war und für den nach seinem Tod am 2.Febr. 1624 Beerdigungsgottesdienst gehalten wurde, wie auch der Siebente, Dreißigste und das erste Jahresgedächtnis.

 

So ist es verständlich,warum der ältere Heinrich für die Brüder anstelle des Vaters die Rechnung begleicht. Daß sie den Weg an unsere Schule fanden, hängt wohl auch damit zusammen, daß ihre Tante Maria seit1606 mit Melchior Matter in Engelberg verheiratet war. Sie läßt 1627 für Barbara Epp, die Mutter der beiden Erstfelder Buben, Gedächtnis halten. Aus dem Engelberger Verkündbuch vernehmen wir überdies, daß Heinrich die Dorothea Tschudi von Uri geheiratet hatte, aber schon 1629, bald nach der Gattin, wohl an der Pest starb. Auch für sie wurde Gedächtnis gehalten.

 

Hauptmann Martin Epp, 1606-1608 Landvogt in Sargans, war Bruder des Gotthard und damit Onkel der drei Brüder. Er starb 1638. Ein Blick in die ausführliche Rechnung der jungen Epp stellt gleich eingangs fest, daß Heinrich, der wohl Handelsgeschäfte betrieb, dem Kloster für 120 gl. Tuch und Eisen geliefert hatte, daß er dagegen für die jungen Brüder an Tischgeld und «etliche Unkösten», 109 gld schuldig war, vom 16. Nov. 1626 bis 12. Sept. 1627. Dann machten sie offenbar einige Tage Ferien und kehrten am 25. Sept. wieder zurück.

 

Nun blieben sie bis zum Weißen Sonntag, I. April 1627. Die Woche wurde zu 16 s gerechnet. Für 56 Wochen ergab sich der Betrag von 75 gld 24 s. Nicht ohne Interesse sind die aufgeführten «Unkosten» und die Leistungen Heinrichs während des Jahres.

 

So erhalten sie jeder einen «Schatthut» für 24 s. Der Bruder zahlt vorweg bis zum Weißen Sonntag kleinere Beträge. In Einzelfällen stehen auch Ambros und Kaspar Leirer (Lirer) gut: Ambros der Vater der Sr. Andreas im Frauenkloster Attinghausen, Fähnrich Kaspar, Vetter und Vogt der Sr. Margaretha Lirer.

 

Sie waren vermutlich Geschäftsfreunde des Heinrich Epp. Für die kleinen Studenten wurde der Wein besonders berechnet. Sie hatten an sich Trockentisch. Sie erhielten aber doch in der Fastnacht sechs Quärtli. Martin bekam in den Tagen, da er krank war nicht weniger als 4 Maß Dreiviertel, was I gld 7 ½ s ausmachte. Ausnahmsweise wurde dem Kranken auch weißes Brot gegeben. überdies hatte er ein paar Schuhe durchgelaufen. Auch Jost war einige Tage bettlägerig und erhielt einen feinern Tisch, erholte sich aber in einer Vakanz von 3 ½ Wochen. Zu den «Unkösten» gehörten zudem Auslagen für Papier und Federn, Schreibzeug und Federmesser.

 

Auffällig ist die hohe Schuhmacherrechnung für die beiden offenbar lebhaften Buben. An die verschiedenen Kosten bezahlte Heinrich am 31. August ein Stück Burat, eine Art Halbseide aus Wolle und Florettseide zu 9 gld., dazu roten Samt, wohl für die Sakristei. Am 10. September schickt er zwei Stäb Eisen, zu 46 ¾ Pfund,für 3 gld. 35 s. Da sie sich auch Kleider machen ließen und zwischenhinein für 14 Tage heimkehrten, gab er ihnen 8 Ellen weißen Frankentaler und drei Ellen «Fas Schürlitz» mit, ein starkes, barchentähnliches Tuch zum Einfassen, heute Futtertuch.

 

Im Sommer wünschten die nicht nur nach Weisheit dürstenden Studenten zu verschiedenen Malen eine Maß Wein. So lautete die Schlußrechnung auf 148 gld, an die Heinrich die Hälfte vorweg abbezahlte. Den Rest tilgte er durch Übersendung von 10 Dukaten = 33 gld 30 s auf St. Niklaustag und eine Elle Taffet, glatten Seidenstoff. Sein Schwager Melchior Matter in Engelberg bezahlte weitere 11 gld. Am 16. April 1628 lieferte er noch 16 Ellen Samt zu 12 gld und 5 Ellen Barchent. So blieben noch 6 gld, die er für das Kloster an Jakob Waser in Engelberg auszahlte. Gewiß, eine umständliche Rechnung, die zeigt, daß der Bargeldverkehr immer noch im Rückstand war.

 

 Aus dem spätern Leben der beiden Epp, die sich offenbar auch dem einträglichen Gotthardhandel widmeten, ist nur bekannt, daß Jost 1640 und 1648 Vogt der Jagdmattkapelle in Erstfeld war und daß Martin 1648 an dieses hübsche Gotteshaus eine Jahrzeit stiftete, sowie zwei hl. Messen.