Blackenkapelle

In der Blackenalp finden wir eine Wegkapelle, die bis ins späte Mittelalter zurückgehen soll. Alljährlich führte in früheren Zeiten einmal zur Sommerszeit eine Prozession zu diesem Heiligtum, wo - gemäß Jahrzeitbuch von Erstfeld - ab 1635 an diesem Tag eine hl. Messe gefeiert werden durfte, obwohl die Kapelle nicht geweiht war. Dieses Privileg wurde 1731 vom Bischof von Konstanz erneuert. Das bescheidene Bethaus wurde am 3. August 1929 - nach einem langen Streit um die Eigentums- und Verwaltungsrechte - für alle Zukunft der katholischen Kirchgemeinde Erstfeld übertragen, nachdem sich diese mit einem Dokument vom 8. Oktober 1809 als ehemalige Besitzerin der «Hirte Surenen und Alp Ebnet» ausweisen konnte. In den Jahren 1919/20 war dievöllig verwahrloste Kapelle innen und außen renoviert worden; 1947 erlebte sie eine Teilerneuerung, ebenso im Sommer 1975. Das bescheidene Bethaus war ursprünglich dem hl. Antonius dem Einsiedler und dem hl. Märtyrer Laurentius geweiht. Kostbare Statuen aus dem 15. Jahrhundert erinnern an diese Patrone; sie fanden unterdessen den Weg in die Pfarrkirche Erstfeld, wo Laurentius in der Taufkapelle einen würdigen Ruheplatz erhielt.

Wenn auch der traditionelle Bittgang nach der Alpfahrt nicht mehr stattfindet, so ruft doch das Glöcklein, das seit 1596 nachgewiesen ist, immer noch zum gelegentlichen Älplergottesdienst. Im Juli 1976 erhielt die «Stierenkapelle» - die mit diesem Namen an die Surenensage erinnert! - eine neue, 80 kg schwere Glocke, so daß zu hoffen ist, daß die Kapelle St. Antonius und Wendeln noch lange an die lebhaften Beziehungen zwischen Uri und Engelberg erinnern wird. Einer alten Tradition gemäß treffen die Pfarrämter Erstfeld und Attinghausen immer noch alljährlich mit dem Kloster Engelberg die Vereinbarungen betreffs Sonntagsgottesdienste, die im Mai 1929 anläßlich einer Firmreise vom Urner Weihbischof Dr. Antonius Gisler eine neue Bewilligung erfuhren  (Erstfelderbuch 1977).